Coast to Coast Path
Eine Querung Nordenglands nach dem Vorbild von Alfred Wainwright
3 Nationalsparks der Reihe nach - Eine Natur, die sich sehen lassen kann
Der wird üblicherweise von West nach Ost begangen, was nicht nur die Idee des kauzigen Herrn Wainwrights war, sondern aufgrund der notorischen Westwinde auch sinnvoll ist. Schon wenige Kilometer nach dem Start im Örtchen St. Bees an der Irischen See gelangt man in den wildromantischen Lake District Nationalpark, wo die Landschaft ihre Besucher verzaubert. Diese Region hat Alfred Wainwright im frühen 20. Jahrhundert dazu animiert sein Leben der Natur und den Bergen zu widmen. Sanfte grasbewachsene Berge, gurgelnde Bäche und viele kleinere und größere Seen kennzeichnen diesen Nationalpark.
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| Landschaft im Lake District |
Fast nahtlos geht der CtC im Mittelteil in den Yorkshire Dales Nationalpark über. Hier sind es keine Berge, die die Landschaft prägen, sondern weich geschwungene Hügel mit moorigem Untergrund. Überall trifft man Schafe an, die anscheinend das ganze Land bevölkern. Wer Angst vor diesen Tieren hat, sollte den CtC definitiv nicht wandern! Das besondere an dieser Region sind aber die halbverfallenen Ruinen aus dem 19. Jahrhundert, die sich perfekt in die karge Landschaft einfügen und von längst vergangenen Zeiten zeugen.
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| Bergbauruine aus dem 19. Jahrhundert |
Der dritte und letzte Nationalpark sind die North York Moors. Hier verändert sich das Landschaftsbild erneut, nun sind die Untergründe trocken und fast überall auf den Hügeln wächst Heide. Leider hat diese im April noch nicht geblüht.
Markierungen, Navigation und Wegbeschaffenheit
Will man den gesamten CtC von St. Bees nach Robin Hood´s Bay erwandern sind dies je nach gewählter Variante zwischen etwa 308km und 340km. Also eine Strecke, die sich gut in einem zwei bis dreiwöchigen Urlaub zurücklegen kann. Insbesondere im Lake District gibt es einige alpine Varianten, die über die Bergketten verlaufen. Bei gutem Wetter sind diese empfehlenswert. Abgesehen von der Striding Edge empfand ich diese als technisch einfach, aber landschaftlich spektakulär.
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| Wanderweg in den North York Moors |
Insgesamt ist der CtC von der Schwierigkeit als mittel einzustufen. Die Wege sind öfters mal steil, aber nur selten schwieriger als T2, wenn man sich an die Hauptroute hält. Stattdessen hatte ich mit sumpfigen Abschnitten und unzähligen nassen Wiesen zu kämpfen. Insbesondere im Lake District, aber auch in den Yorkshire Dales kamen diese Untergründe häufiger vor. Der Asphaltanteil ist gering.
Inzwischen ist der Coast to Coast Path als National Trail ausgezeichnet und die Markierungen wurden verbessert. Dennoch braucht es einen GPS fähiges Handy mit Offlinekarte, denn die Wegmarkierungen sind öfters spärlich und weisen kleinere Lücken auf.
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| Der klassische Wegweiser |
Eine Besonderheit sind die endlosen Steinmauern, die in mühevoller Arbeit aufgeschichtet wurden, um die Schafsherden zu schützen. Damit man diese nicht überklettern muss, gibt es unzählige Weidegatter, die immer sehr einfach zu bedienen sind. Manchmal wurde auch ein kleiner Spalt gelassen, durch die sich die Wanderer durchquetschen können. Einige werden mit Hilfe von herausstehenden Trittsteinen überklettert.
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| Von dieser Art Weidegatter gibt es unzählige in England |
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| Trittstufen und ein schmaler Durchlass ermöglichen das überqueren der Mauer |
Do you enjoy british weather?
Diese Frage wurde mir tatsächlich an einem Tag gestellt, als der Regen vom stürmischen Wind seitwärts in mein Gesicht geblasen wurde. An diesem Tag war das Wetter wirklich richtig schlecht und eineinhalb Tage später folgte ein Sturm mit Windstärken bis 110km/h, den ich im Hostel in Kirkby Stephen abwartete. Abgesehen von diesem Tiefdruckgebiet war das Wetter in England besser als es sein Ruf vermuten lässt. Der Lake District ist der nasseste Part auf dem Trail, hier sollte man in jeder Jahreszeit mit Regen rechnen. Der Frühling soll laut Statistik die trockenste Zeit sein und tatsächlich hat es abgesehen von ein paar Schauern eher wenig geregnet. Auch die Sonne ließ sich häufig blicken. Tendenziell wird das Wetter Richtung Osten trockener und stabiler und so war es auch diesmal. Die letzten Tage in den North York Moors hatte ich bestes Wetter, wenn auch recht windig. Der Wind ließ leider die an sich angenehmen Temperaturen von 10-13 Grad Celsius sehr frisch wirken.
Camper und Hotelwanderer kommen beide auf ihre Kosten
Der CtC verläuft zivilisationsnah genug, dass man ihn ganz bequem mit Minimalgepäck von Unterkunft zu Unterkunft wandern kann. Auch in den kleinen Weilern gibt es zumindest ein B&B und im dünn besiedelten Lake District gibt es einige Jugendherbergen. Zudem gibt es Farmen, die Gästezimmer oder Bunk Barns (ähnlich wie Hostel) anbieten. Da die Auswahl in den ganz kleinen Orten gering ist und B&Bs in England ein höheres Preisniveau haben, sollte das Budget entsprechend sein.
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| Pub-Camping |
Man kann den CtC aber auch unkompliziert mit dem Zelt gehen. Zwar ist England das wilde zelten verboten, im Lake District ist es in den höheren jedoch Lagen absolut üblich. In den anderen Gebieten ist man oft so fernab der Zivilisation, dass es kein Problem darstellt. Wildes zelten ist aber gar nicht nötig, denn jeder Pub und auch viele Hostels und Unterkünfte lassen Wanderer gegen eine kleine Gebühr im Garten zelten. Praktischerweise muss man sich dann über Verpflegung und Wasser auch keine Gedanken machen.
Resupply oder Verpflegung leicht gemacht
Die meisten Dörfer haben einen Coop oder zumindest eine Art General Store, wo man genügend Auswahl findet um satt zu werden. Größere Supermärkte gibt es jedoch nur in Richmond oder Kirkby Stephen. Da man häufig genug durch Orte mit Geschäften kommt, musste ich nie für mehr als zwei Tage Verpflegung tragen. Der Rucksack bleibt dann schön leicht.
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| Resupply Einkauf |
Reiseberichte:








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