Saverne bis La Grande Bellvue
28.05.2026 40km wider Willen
Die Entspannung auf dem Campingplatz ist erholsam und auch die Dusche tut gut. Diesmal breche ich wieder bereits um 7 Uhr auf. Trotzdem scheint die Sonne bereits auf den Trail hoch zum Château du Haut-Barr, eine mittelalterliche Burg. Verschwitzt komme ich oben an, bevor die Touristenmassen eintreffen. Für diese gibt es in der Burg sogar ein Restaurant.
Die beiden Géroldseck-Burgen nehme ich auch noch mit. Die größere von beiden gefällt mir gut.
Am Fels Rocher de Brotsch habe ich eine tolle Aussicht über die nördlichen Vogesen. Nach einem kurzen und steilen Anstieg bleibt es lange flach. Sehr angenehm, wie ich finde. Unterwegs treffe ich Joop, den Holländer und Ben, einen Wanderer als Berlin, wieder. Es gefällt mir, immer wieder vertraute Leute zu treffen, mit denen man sich austauschen kann.
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| Zum Glück gibt es immer wieder Quellen mit frischem Wasser! |
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| Wald, Wald und noch mehr Wald! |
In La Hoube bekomme ich am Friedhof frisches Wasser und genieße den Schatten der großen Kirche. Nahe dem Col de la Schleif mache ich sehr lange Pause, denn der Supermarkt in Wangenbourg öffnet erst um 15:30 Uhr. Ich lasse mir Zeit mit dem Abstieg ins Dorf. Dennoch bin ich ein paar Minuten zu früh. Ben taucht ebenfalls auf und wir kaufen gleichzeitig ein. Viel gibt der kleine Laden nicht her, aber die Preise sind günstig.
Ein Magnum genehmige ich mir, ehe ich gemeinsam mit Ben den Anstieg zum Schneeberg starte. Wir verquatsche uns und verpassen den Abzweig. Also geht's ein Stück wieder zurück. Ben macht eine Pause und ich gehe alleine weiter. Der Aufstieg zum Schneeberg ist steil und anstrengend, insbesondere in der Nachmittagshitze. Oben ist es richtig schön mit Aussichtsfels und Platz zum Zelten. Mein Wasser reicht nicht und der Plan ist es, bei der Ruine Nidereck zu zelten.
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| Zeltplatz am Schneeberg |
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| Die schmalen Pfade gefallen mir! |
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| Nideck |
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| Es ist schön, aber ich muss mich beeilen, um noch einen Zeltplatz zu finden. |
Der Abstieg ist schön, doch nahe der Ruine ist ein großes Schild, welches über ein Campingverbot nahe der Ruinen informiert. Mist! Zudem soll sie sehr viel besucht werden. Ich bin frustriert, bin ich doch bereits 37km gewandert und meine Füße schmerzen. Dennoch ziehe ich weiter, immerhin bergab. Das Gelände ist sehr abschüssig und felsig. Es dauert lange, bis ich eine passende Stelle finde. Und diese ist nicht wirklich eben. Zur Abhilfe schichte ich Laub auf.
40km sagt das Tacho.
29.05 2026 Die etwas andere GR 53 Route
Die Nacht ist okay und ich kann relativ gut schlafen, trotz des unebenen Bodens. Wieder gehe ich um 7 Uhr los. Da es die nächste Wasserquelle erst in ca. 18km geben soll, fülle ich unten am Bach 2.5 Liter auf. Das sollte reichen. Diesmal folgt direkt ein 650hm Anstieg. Da ich den Weg nach Urmatt ausließ, ging es direkt hoch zum Col du Wildberg. Dort komme ich nach einer Stunde an und frühstücke erstmal. Dann folgt direkt der nächste Anstieg, diesmal leider brutal steil.
Als ich auf den am Hang entlang führenden Pfad stoße, wird es deutlich einfacher. Das steinerne Tor Porte de Pierre imponiert mir. Hier hat die Natur außergewöhnliches geschaffen!
Anschließend kämpfe ich mich hinauf zum Mutzigfels auf 1000m und gönne mir eine Pause. Der Anstieg ist geschafft! Dort stoße ich auch wieder auf die Markierungen des GR 53. Diesen habe ich nämlich zwischenzeitlich verlassen. Ich erinnere mich leider nicht mehr daran, ob ich es absichtlich so geplant habe oder ob ich einen falschen Track runtergeladen habe.
Ich folge den Markierungen, weiche zwischendurch erneut ab, um auf den Noll aufzusteigen. Hier ist der Pfad etwas zugewachsen. Bis zum Col de la Côte de l'Engin an der Straße folge ich erneut den Markierungen. Hier zweige ich auf den Sentier de Bunkers ab, wo der Name Programm ist. Der Grund ist die Wasserquelle Source de la Plaine. Dort fülle ich alle drei Liter voll auf, bevor ich zum Donon-Tempel aufsteige. Mit dem extra Gewicht im Rucksack zieht es ganz ordentlich an den Schultern und ich will nur noch oben ankommen. Verschwitzt komme ich am tatsächlich überraschend beeindruckenden Tempel an. Die Aussicht ist auch phänomenal. Leider ist dieser Spot sehr beliebt. Zwei Französinnen machen Videotelefonie um live zu zeigen, wo sie sich befinden und rauchen danach erst mal eine Zigarette. Etwas genervt von dieser Selbstdarstellerei setze ich mich für die Mittagspause in den Schatten.
So gefällt es mir nicht so gut und nach 30 Minuten ziehe ich früher weiter als geplant. Die nächsten zwei Stunden ist der Weg eher langweilig ohne jegliche Aussicht. Nahe des Berg Zweifels auf 900m wird es wieder schöner.
Trotzdem nervt mich der schwere Rucksack und ich setze ihn zwischendurch immer mal wieder ab. Mein Tagesziel ist die Schutzhütte Haute Loge auf einem Gipfel mit Rundumpanorama. Um 18 Uhr komme ich dort an und genieße den restlichen Nachmittag mit telefonieren und entspannen. Ich bleibe alleine, bis bei Sonnenuntergang noch zwei Personen kommen. Sie verhielten sich ruhig und friedlich.
30.05.2026 Der letzte trockene Tag
Die Nacht ist angenehm und mit Stirnband vor den Augen kann ich bis halb sieben schlafen. Dies soll heute der letzte Tag ohne Regen sein. Es wird also wieder heiß!
Die anderen beiden schlafen noch, als ich um viertel nach sieben vom Berg absteige. Bis zum Aussichtspunkt Katzenstein geht es sanft nach oben. Dort treffe ich den ersten Menschen. Ein Mann liegt auf dem Boden, es sieht nach einem Cowboy Camp aus.
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| Man kann hier sehr komfortabel wandern, hier sogar mit einer aufwändigen Brücke über einen Zaun. |
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| Die Überreste der Burg Salm |
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| Forststraßen bis Rothau |
Dann beginnt der lange Abstieg nach Rothau. Ein felsiger Pfad führt bis zur Burg Salm. Diese ist eine Baustelle, vieles ist abgesperrt. Kurz darauf folgt ein langes Stück auf einer harten Forststraße, bis ich am späten Vormittag Rothau erreiche. Zuerst mache ich halt in der Kirche. Handy und Uhr möchte ich aufladen. Bei der langsamen Ladegeschwindigkeit werde ich schnell unruhig, doch ich wollte aus Gewichtsgründen kein Schnellladegerät mitnehmen. Fürs Stromtanken bedanke ich mich mit einer kleinen Spende.
Im Carrefour Express kaufe ich für zwei Tage ein und suche danach das öffentliche WC auf. Diese sind hier dankenswerterweise kostenfrei. Auch Wasser bekommt man dort.
In der Mittagshitze um halb eins folgt dann der nächste Anstieg. Erschöpft schleppe ich mich zum Col de la Perheux hoch. Dort möchte ich eigentlich eine Pause machen, doch die einzige schattige Stelle ist bereits besetzt.
Also wandere ich noch weiter bis ich den höchste Punkt erreicht habe und lehne mich an einen Baum an. Die Schuhe und Socken ziehe ich aus. Das tut gut! Links plagt mich schon seit Tag 3 eine Blase, die tief unter der Hornhaut an der Ferse sitzt. Bei jedem Schritt spüre ich sie.
Beim Skigebiet muss eine Art Rennen stattfinden. Alles ist zugeparkt und abgesperrt. Junge Leute feiern lautstark. Auf 1080m habe ich einen weiten Blick, ehe es bergab durch den dichten Wald geht.
Der Abstieg nach Le Hohwald ist ganz angenehm. Um 17 Uhr komme ich dort an und sehe auch den dortigen Campingplatz. Bei dem guten Wetter übernachte ich heute lieber noch einmal weiter oben mit Ausblick. Im öffentlichen WC fülle ich meine Vorräte an Wasser auf und marschiere weiter.
Der nächste Anstieg wartet schon. Uff! Zum Glück ist er maximal im Schatten und dadurch weniger anstrengend als erwartet. Trotzdem kann ich es gar nicht erwarten, endlich am Berggipfel La Grande Bellevue anzukommen. Der Weg hoch ist hübsch, oben gefällt es mir richtig gut. Am höchsten Punkt steht ein Picknick-Tisch und drumherum stehen mit Abstand einige große Bäume. Die Ausstrahlung ist sehr ruhig und friedlich. Mit meinem Handtuch wische ich den Schweiz vom Körper, als gerade ein Mann ankommt. Erschrocken ziehe ich mir schnell etwas an. Danach habe ich diesen zauberhaften Ort für mich alleine.
Hier geht es weiter!






























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