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Dienstag, 2. Juni 2026

GR 53 La Grande Bellvue bis Refuge Trois Fours

GR 53 / Hexatrek

La Grande Bellvue bis Refuge Trois Fours

31.05.2026 Der erste Regen seit Tagen

Die Ruhe am Zeltplatz auf dem kleinen Gipfel ist herrlich und ich kann beruhigt schlafen. Die Bäume spenden Schatten für das Zelt. Wunderbar, so werde ich nicht unsanft geweckt.

Zunächst wandere ich zurück zur Quelle, die ich gestern entdeckt habe und fülle mir 1.5 Liter ab. Anschließend folgt ein langweiliger Marsch auf der Forststraße bis zum Sattel des Ungerbergs. Hier fängt ein Pfad an, der zum Gipfel führt. Dort oben steht ein kleiner Aussichtsturm und ich lege die erste Pause des Tages ein.

Wandern auf breiten Forststraßen finde ich doof!

Ungerberg



Nachdem ich auf einem Pfad bergab gegangen bin, folgt die nächste Forststraße. Auf dem Ungerberg war ich schon wieder abseits vom GR 53. Das verstehe ich nicht wirklich. 

Es zieht langsam zu


An der Burg Bernstein mache ich einen kurzen Besichtigungsstop. Dort überhole ich eine Belgierin, die den Hexatrek komplett gehen möchte. Es folgen noch zwei weitere Burgruinen: Ortenberg und Ramstein.

Die Burg Bernstein

Der Bewuchs verändert sich.

Burg Ramstein.


Umso so weiter ich ins Tal komme, umso mediterraner wird die Vegetation. Es wachsen hier viele Eichen und Esskastanien. Am Mittag folgt der erste kleine Schauer und sofort liegt ein würziger Duft in der Luft.

Schöner Blick ins Tal

Innenstadt von Chatenois


In Chatenois ist am Sonntag leider fast alles geschlossen. Selbst die Pizzeria hat zu. An der öffentlichen Toilette treffe ich die Belgierin und einen deutschen Trekker wieder. Wir tauschen uns über die nächsten Etappen und die Wettervorhersage aus. Am Dienstag soll es sehr stark regnen.

Noch lange bleibt der Wald sehr dicht und wild mit den verschiedenen Laubbäumen. Es gewittert in der Ferne und bald fängt es auch hier an zu regnen. Einen Teil davon sitze ich bei einer Pause in einer Schutzhütte aus. Der Wald duftet nun richtig herrlich - ich liebe es!

Der Weg ist leider plötzlich gesperrt :(


Eigentlich wollte ich einen direkten Weg nehmen, der einen Affenzoo quert. Dort soll es einen Imbiss geben. Aber ein nicht in der Karte eingetragener Zaun verhindert mein Vorhaben. Ich habe aber keine Lust den ganzen Weg zurück zu gehen und gehe stattdessen weglos runter zur nächsten Forststraße.

Beim Château du Haut-Kœnigsbourg komme ich zu spät zur Besichtigung


Bergauf schleppe ich mich im Regen hoch zur Château du Haut-Kœnigsbourg, einem Schloss, wo man gegen Eintritt das Gebäude besichtigen kann. Das Schloss sieht sehr imposant aus - wie ein richtiges Märchenschloss. Doch ich komme zu spät, die Besuchszeiten sind schon beendet. Nicht mal das öffentliche WC kann ich noch finden. Immerhin gibt es einen Wasserhahn!

Dann mache ich mich nach 35km auf der Suche nach einem Zeltplatz. Doch überall ist es steil oder überwuchert. Dann führt mein Track wieder anders als der offizielle Weg und ich bin verwirrt. Doch nun ist keine Zeit mehr für eine Umplanung. Über einer breiten Schotterstraße geht es hoch. Weit und breit ist kein Zeltplatz zu sehen. Dann komme ich an einem verschlossenen Refugio vorbei, aber ich traue mich nicht, dort zu zelten. In der Mähe weisen mehrere Schilder auf Privatgrundstücke hin.

Hier finde ich keinen Zeltplatz

Erst beim Abri Rotzel werde ich fündig.


Erst bei der Abri Rotze finde ich flache Stellen, wo es erlaubt scheint. 42km bin ich heute gegangen und richtig fix und fertig. Im Zelt richte ich mich ein und lege mich um 22 Uhr endlich schlafen. 


01.06.2026 Zelten auf dem Petit Brezouard

In der Nacht muss ich oft aufs Klo und träume seltsame Dinge, aber sonst ist es ok.

Der Weg fängt heute direkt mit einem Pfad hoch zum Rocher des Géants an. Auf dem Weg komme ich an einer lieblichen Quelle vorbei und nutze die Gelegenheit für eine Katzenwäsche. Da es heute angenehm kühl ist, schaffe ich es ohne verschwitzt zu sein auf den Gipfel. Vom Gigantenfelsen habe ich einen ganz besonderen Blick. Links und rechts versperren Bäume die Sicht, aber in der Mitte öffnet sich ein weiter Blick ins Tal. Es sieht magisch aus. Ich nutze die Gelegenheit für ein Selfie mit meinem neuen Ministativ. Sonst hatte ich bisher fast nie Fotos von unterwegs, wo ich zu sehen bin.

Eine besonders idyllisch gestaltete Wasserquelle.

Fels mit Aussicht


Der Pfad bergab gefällt mir ebenfalls gut. Ab der Schutzhütte Hasenclever beginnt ein fader Abschnitt auf einer Forststraße. In der Karte erblicke ich, dass ich die Möglichkeit habe drei Burgen zu besichtigen und entscheide mich spontan für einen anderen Weg. Dort in der Nähe stelle ich fest, dass der originale GR 53 hier entlang führt. Sehr seltsam! Manchmal verändere ich Abschnitte in einer Planung, aber definitiv lasse ich nicht drei Burgen weg! Ich meine mich zu erinnern, den Track von Komoot runtergeladen zu haben. Mich wundert schon seit ein paar Tagen, warum meine Route öfters von der originalen abweicht.

Bergab nach Ribeuville wird es felsig.



Auch oberhalb von Ribeauville gibt es mehrere Burgen zu sehen.


Und ebenfalls tolle Panoramen.

Noch eine Burgruine.


Nachdem ich mir die Burgen angesehen habe, steige ich nach Ribeauville ab. Hier erstehe ich ein originelles Pizzabaguette in einer Bäckerei und kaufe im Supermarkt reichlich für die nächsten drei Tage ein. Den Eingang zur Kirche zwecks Handy aufladen finde ich nicht - oder er ist schlichtweg geschlossen. Die kleine Stadt ist richtig hübsch und massig deutsche Touristen sind unterwegs. Bevor ich weitergehe, lasse ich mir einen Teil vom Pizzabaguette schmecken. Köstlich!

Ribeauville mit seinem mittelalterlichem Flair gefällt mir richtig gut.


Der nächste Anstieg mit 650hm folgt direkt. Es geht zun Glück sanft hoch zum Königsstuhl. Einem Felsen mit einer Sitzkuhle in der Mitte. Perfekt für eine Verschnaufpause inkl. Füße lüften.

Königsstuhl

Der weitere Weg bleibt spektakulär schön


Bei dem Weg bergab bin ich etwas verwirrt, denn der markierte GR 53 ist mit einem weißen Flatterband abgesperrt und neonorange Fähnchen verweisen auf den Pfad der parallel verläuft. Ich folge diesem. Doch warum ist der originale Weg abgesperrt? Oder bin ich auf eine Markierung eines vergangenen Events reingefallen? 

In Altweier nutze ich die öffentliche Toilette, um mein Wasser aufzufüllen. Daneben ist ein Café mit Werbung für den Hexatrek, doch es ist montags geschlossen. 

Aubure bzw. Altweier


Brutal steil geht es die ersten 100hm bergauf. Die Unterschenkel brennen, obwohl ich Minischritte mache. Dann wird es besser und ich komme wieder mit normalem Tempo weiter. Bei der Hütte an der Pierre des Trois Bans gehe ich ohne Rucksack ein Stück zurück, um Wasser zu finden. Die eingezeichnete Quelle existiert nicht, aber in der Nähe finde ich ein winziges Rinnsal, wo ich ganz vorsichtig einen Liter abfülle.

Der Anstieg ist endlich geschafft!


Danach folgt das letzte Stück bis zum Refuge du Brézouard. Kurz vor dem gleichnamigen Gipfel treffe ich eine Hexatrek-Hikerin mit Hund. Das letzte Stück bis zum Gipfel kostet nochmal richtig Kraft. Uff! Dann habe ich es geschafft. Die Hütte ist leider innen weniger einladend - irgendwelche Idioten haben ihren Müll dort hinterlassen. Ich entscheide mich stattdessen auf dem Gipfel zu zelten. Die Frau mit Hund hat das gleiche vor und so teilen wir und den Platz 

Das Refuge hat seine besten Zeiten hinter sich.

Bei stabilem Wetter bevorzuge ich es, auf dem Gipfel zu übernachten.

Hier kann ich einen ganz tollen Sonnenuntergang sehen




02.06.2026 Im Zentrum des Gewitters

Nach einem beeindruckenden Sonnenuntergang schlafe ich erholsam bis 6:30 Uhr. Es ist bis jetzt die kälteste Nacht. Ich möchte wieder früh wandern, denn heute sollen heftige Gewitter kommen.

Le Bonhomme



Der Weg bergab bis Le Bonhomme, ein kleines Dörfchen, ist einfach und führt zum Teil über Forststraßen. In Le Bonhomme gibt es eine Bäckerei. Die Baguettes sind mir zu groß, ich kaufe zwei Croissants. Es gibt auch schmackhaft aussehende Pizzastücke. Hätte ich dies gewusst, hätte ich gestern weniger eingekauft!

Es geht wieder rund 600hm bergauf. Der erste Teil ist bei einem Friedhof, zu Ehren der gefallenen Soldaten des 1. Weltkriegs, geschafft. Damals gehörte dieser Teil, wo ich gerade wandere, noch zu Deutschland. Deshalb haben alle Orte sowohl deutsche als auch französische Namen. 

Auf diesen überraschend angenehmen Forstweg wird der Trail umgeleitet

Wilde Stiefmütterchen


Der Immerlinskopf ist aktuell eine Ruhezone für Wild. Deshalb wurde der GR auf die Forststraße darunter verlegt. Diese ist allerdings sehr schön zu gehen.

Ich passiere eine Straße und ein Skigebiet. Die öffentliche Toilette ist abgesperrt, es gibt hier also kein Wasser. Nun geht es durchs Skigebiet weiter bergauf. Es gibt einen Aussichtspunkt, wo man einen ganz tollen Blick auf den Lac Blanc hat. Weiß sieht er allerdings nicht aus.

Blick auf den Lac Blanc

Der Panoramaweg weiß zu beeindrucken

Ab und zu ist er felsig, aber nie schwierig.



Noch hält das Wetter und die Sonne schaut zwischen den Wolken hindurch. Der GR führt nun spektakulär am Kamm entlang. Die Panoramen sind phänomenal. Langsam zieht es immer mehr zu.

Im Tal gibt es mehrere Bergseen.

Ein Blick zurück. Noch regnet es nicht.


Während ich wieder im Wald bin und den Aussichtspunkt auf den Lac Vert suche, fängt es an zu regnen. Den Lac Vert sehe ich von dort nicht, obwohl die Sicht noch gut ist. Erst regnet es nur mäßig und ich kann in Ruhe die Regenkleidung anziehen. 

Das Gewitter ist direkt vor mir!

Es blitzt, donnert und gießt wie aus Eimern.



Doch plötzlich schüttet es wie aus Eimern und alle Bäume hier sind zu klein um sich unterzustellen. Hätte bei der Regenmenge aber ohnehin nicht geholfen. Innerhalb von wenigen Minuten verwandeln sich die Wege in richtige Bäche mit dunkelbraunem Wasser. Die Füße sind ebenfalls klatschnass. Es blitzt und donnert gleichzeitig direkt in meiner Nähe. Ich bin direkt unter dem Gewitter und eile so schnell es geht Richtung Wald.

Irgendwann lässt der Regen nach, aber die Wege bestehen immer noch aus Steinen mit Wasser drumherum. Col de la Schlucht ist nicht mehr weit entfernt. Der Buchenwald hier sieht überraschend herbstlich aus. Liegt das an der vergangenen Trockenheit?

In Col de la Schlucht nutze ich die öffentliche Toilette. Leider hält meine selbstgenähte Regenhose nicht mehr dicht. Selbst die Unterhose ist nass geworden. Auch die Regenjacke hat zumindest am Reißverschluss versagt.

Bis zum Refuge ist es nun nicht mehr weit. Es geht bergauf durch den Wald. Leider kommt schon der nächste starke Regen und klitschnass komme ich in der Schutzhütte an. Meine Socken kann ich auswringen und mein Rucksack tropft richtig doll. Nachdem ich eingecheckt habe, wechsle ich schnell zu trockener Kleidung, denn es ist nun auch kalt geworden.

Meine Zuflucht für heute.


Leider stelle ich fest, dass mein Nylofume Liner undicht geworden ist. Ein paar Sachen sind feucht geworden. U.a. die Isomatte und der Packsack vom Quilt. Die sehr freundliche Hexatrek-Wanderin aus den USA, ein Franzose und ein deutsches Paar verhelfen mir zu einem sehr fröhlichen Abend.


Hier geht es weiter!

GR 53 Wissembourg bis Saverne

GR 53 / Hexatrek in Frankreich 

Wissembourg bis Saverne

25.05.2026 Ankunftstag

Um 7 Uhr in der Früh fahre ich mit RB und ICE bis nach Wissembourg. Die Bahn ist diesmal sogar beinahe pünktlich und die Fahrzeit von sechs ein halb Stunden wird eingehalten. Erstaunlich heutzutage! Aber dafür gibt es unterwegs ein anderes Problem: nach reichlich genutzem Internet auf der Fahrt, stelle ich fest, dass die Steckdosen im ICE nicht funktionieren. Die beiden kleinen Regionalzüge danach haben keine und so komme ich mit halber Handyladung in Wissembourg an. So möchte ich die Tour nur ungern beginnen. Im Warteraum gibt es zum Glück Steckdosen und so warte ich weitere 35min, bis es dann endlich losgeht.

Im Flachland geht es los!



In Wissembourg ist richtig was los. Der ganze Ort ist voller Menschen. Hier findet irgendeine Art Markt statt. Sobald ich den Wald erreiche, wird es ruhig. Zwischen Wald und Feldern bewege ich mich in Richtung Vogesen. Das Wetter ist sonnig und sehr warm. Es ist richtig heiß und eine ganze Woche lang soll es Temperaturen bis 30 Grad Celsius haben. Da sind schon die sanften Steigungen im Mittelgebirge anstrengend und schweißtreibend. Bei der Planung hatte ich gelesen, dies sei die nasseste Region in Frankreich. Ich bin gespannt, ob es noch nass wird. Ein bisschen Regen zwischendurch wäre mir lieber als diese Hitze!

Das Refuge du Scherhol ist eine gute Schutzhütte


Um 16 Uhr erreiche ich das Refuge du Scherhol, eine gemauerte große Schutzhütte, die Wanderer kostenfrei und unkompliziert benutzen können. Was Übernachtungen in der Natur angeht, sind die Regelungen in Frankreich viel entspannter als in Deutschland. Vielerorts ist ein Biwak im Zelt für eine Nacht erlaubt und zudem gibt es reichlich Schutzhütten, die man nutzen darf. Hier mache ich jedoch nur eine Pause, denn ich bin hungrig.

So sehen wie Wanderwege in den Vogesen häufig aus.


Etwas unterhalb gibt es einen öffentlichen Wasserhahn. Für Trinkwasser ist auch gesorgt! Ich begegne nur wenigen anderen Menschen, fast immer bin ich alleine. Das finde ich verwunderlich, insbesondere am Feiertag bei solch gutem Wetter. Am Refuge St Hubert mache ich erneut eine längere Pause. Ich fühle mich schlapp und erschöpft. Hier könnte man auch übernachten, aber in der Hütte herrschen saunaartige Bedingungen und laut brummende Fliegen summen umher. Daher ziehe ich weiter und wandere noch ein paar Kilometer.

Mein Zeltplatz im Wald.


Im Wald an einem winzigen Bach werde ich fündig. In der Umgebung bellen Rehe und die Vögel zwitschern lautstark. Hin und wieder höre ich in der Entfernung die Straße. Zum Abendessen gibt es Instant Nudeln. "Made in France" stelle ich unerwarteterweise fest. 


26.05.2026 Unzählige Burgen

Bei Einbruch der Dunkelheit ist im Wald richtig was los. Sehen kann ich zwar nichts, aber wilde Tiere laufen in der Nähe herum. Laut grunzend marschieren Wildschweine neben meinem Zelt. Dann schlafe ich irgendwann ein und wache um sieben Uhr morgens erholt auf.

Das Frühstück genieße ich ein kleines Stück weiter bei Petit Wingen. Es hat in der Nacht nur minimal abgekühlt und ist bereits um acht Uhr wieder heiß. Ein schweißtreibender Tag steht mir bevor. 

Ein schmaler Singletrail


Zunächst folge ich einem Singletrail entlang des Heimbachs. Es folgt ein kleiner Anstieg bis zur Schutzhütte Abri du Col du Litschhof,  wo ich eine Pause einlege. Zur Burgruine Löwenstein und Hohenburg nehme ich einen Umweg in Kauf. Die Burgen wurden mit Hilfe der natürlich vorkommenden Sandsteinfelsen erbaut und wirken im Kontrast mit dem grünen Wald eindrucksvoll. 

Die Aussicht von der Ruine Löwenburg

Der Felsenweg ist spektakulär und eindrucksvoll.


Anstatt über den GR53, gehe ich über den Felsenweg runter nach Fleckenstein. Die Burg Fleckenstein wurde im Laufe der Zeit mehrfach umgebaut und kann heutzutage gegen Eintritt besichtigt werden.

Zum Glück führt der GR 53 überwiegend im Schatten durch den Wald. Es ist nämlich unerträglich heiß und das Wandern auf diesen eher einfachen Wegen sehr anstrengend. Die Froensburg ist nicht richtig zugänglich. Innen kann man allerdings eine Art Kamin von innen betreten.

Die Froensburg darf leider nicht bestiegen werden.

Blick nach oben durch einen Turm.


Auf den Zigeunerfels kann man Mithilfe von Treppen aufsteigen. Unterhalb finde ich es aber schöner.

Der Zigeunerfels


An der Burgruine Wasigenstein mache ich um 14 Uhr eine ausgiebige Mittagspause. Ich finde dazu ein schattiges und trotzdem luftiges Plätzchen. So lässt es sich aushalten!

Die eindrucksvolle Anlage der Wasigenburg

Hier mache ich meine Mittagspause.


In Obersteinbach fülle ich Wasser nach und mache mich etwas frisch. Auch wenn die Frische bei der Hitze nur wenige Minuten währt... Der Umweg zur Ruine Wittschlössel ist einfach, flach und lang. Ich bin mir nicht sicher, ob es sich gelohnt hat. Die anderen Ruinen fand ich bisher schöner.

Eine neue Schutzhütte mit breiten Bänken.

Ruine Wittschlössel


Die Burg Alt-Windstein dagegen gefällt mir richtig gut. An mehreren Stellen kann man hochklettern und so verschiedene Perspektiven genießen. Zudem bin ich dort alleine und kann ganz in Ruhe die Umgebung genießen. Eine Nacht hier wäre auch etwas besonderes. Aber ich will noch weiter, schließlich habe ich insgesamt etwa 400km vor mir. 

Die Burg Alt-Windstein bietet alles, was eine gute Burgruine ausmacht...

...es gibt zahlreiche Nischen und Räume, die erkundet werden können.


Um 18 Uhr ist es immer noch schwülwarm. Am Schwartzbach fülle ich mir 2.5 Liter Wasser ab. Der Anstieg zum Col du Pottaschkopf fühlt sich sehr steil und ermüdend an. Immer mal wieder muss ich kurz anhalten. Dann wird es endlich flacher. Am Pass soll eine Schutzhütte sein, aber direkt an einer Straße will ich nur ungern übernachten. Stattdessen schlage ich mein Zelt kurz vorher zwischen zwei Wanderwegen auf. Nach 36km und 1500hm bin ich richtig k.o.

Erschöpft baue ich mein Zelt auf dem Laub auf.




27.05.2026 32° und es wird nicht kühler

Die Nacht ist erneut sehr warm, es kühlte fast gar nicht ab. Trotzdem kann ich erholsam schlafen. Trotz Feiertagswochenende ist das Châlet du Wintersberg vom Club Vosgien geschlossen. Draußen frühstücke ich.

Am Wintersberg stehen zwei Zelte. Ich bin hier definitiv nicht alleine unterwegs. Kurz vor Niederbronn treffe ich auf Georg aus Deutschland und Lyanne aus Kanada. Georg ist 10 Tage unterwegs und Lyanne nimmt den kompletten Hexatrek in Angriff. Wahrscheinlich werden wir uns die nächsten Tage mehrfach wiedersehen. Ich freue mich darauf,  denn sonst treffe ich die Leute unterwegs nur einmal und nie wieder. In Niederbronn kaufe ich im Supermarkt ein. Leider ist die Kühlabteiltung fast komplett leer. Eigentlich wollte ich einen Joghurt kaufen, aber es sind nur wenige Großpackungen übrig. 

Mit reichlich gefülltem Rucksack mache ich mich wieder auf den Weg. Es geht bergauf zur Wasenbourg. Die Außenmauern dieser Burg aus dem 13. Jahrhundert sind noch richtig gut erhalten. Georg und Lyanne holen mich ein als ich gerade weitergehen will.

In der Nähe der Wasenbourg gibt es eine neue Schutzhütte.

Blick vom Burgfenster aus



Bis zur Bank an der Lichtung Grünschaft geht es über schmale Pfade auf überwiegend sanft geneigten Gelände auf und ab. Dort ist reichlich Schatten und es lässt sich trotz der Hitze gut aushalten. Ich finde, dies ist ein idealer Platz für eine Mittagspause! Nach einer Weile kommen Georg und Lyanne und leisten mir eine sehr angenehme Gesellschaft.

Grand Arnsbourg kann man nicht so sehr erkunden.

Schöne Pfade im Wald


Wir gehen ein Stück gemeinsam. Die Burg Grand Arnsbourg kann man nicht betreten, nur von außen betrachten. Lyanne erzählt mir von den Trails, die es in Kanada gibt und warum sie sich für den Hexatrek entschieden hat. Außen am Restaurant L'Arnsbourg dürfen wir Wasser zapfen. Bei der Hitze ist der Verbrauch immens und dennoch musste ich bisher nur einmal pieseln.

Bis zum Biwakplatz an der Pulverbruecke geht es rauf und wieder runter. Ich bin etwas schneller und lasse die beiden hinter mich. Sie überlegen an der Pulverbrücke zu campen. Ich gehe noch weiter bis Lichtenberg und Wimmenau.


Die Wege sind hier sehr hübsch und gut zu gehen. Es macht Spaß, auch weil es überwiegend flach ist.

Trail Magic!


In Wimmenau macht mich ein Anwohner auf Trail Magic aufmerksam. Eine Frau bietet den Wanderern Zugang zu Wasser & WC sowie Sitzgelegenheiten im Schatten. Es gibt sogar eine Steckdose. Eine kleine Oase in dem kleinen Dorf. Dort genießt bereits ein holländischer Wanderer die Gelegenheit und zusammen gehen wir weiter. Wir beide wollen bis zum Felsen Ochsenstall gehen. Dort soll es eine tolle Zeltmöglichkeit geben. Am besten soll es oben auf dem Felsen sein, doch die besten Plätze sind bereits belegt. Daher stelle ich mein Zelt unterhalb auf. Im Schutz des Felsen gibt es sogar eine Bank, doch leider attackieren mich die Mücken, sodass ich ins Zelt flüchte. Wirklich schade, finde ich.


Beim Ochsenstall Felsen gibt es viele Zeltmöglichkeiten.

Leider treiben hier Mücken ihr Unwesen :(



28.05.2026 Auf zum Pool nach Saverne!

Diesmal kühlt es in der Nacht zumindest ein klein wenig runter. Am nächsten Morgen starte ich bereits um 7 Uhr, um der Hitze ein wenig zu entkommen. Der Plan geht tatsächlich auf. In der Früh ist es diesmal deutlich angenehmer und die Wege verlaufen überwiegend der Sonne abgewandt. Nach wenigen Minuten bin ich in Eckartsweiler angekommen. Bis nach La Petite-Pierre dauert es auch nicht lange. Hier gibt es eine öffentliche Toilette, wo man Wasser auffüllen kann. Das Dorf wirkt nett, dennoch mache ich lieber in einem öffentlichen Garten eine Pause. Ganz gemütlich ist es dort.

Ein schöner Start in den neuen Tag!

Le Petit Pierre

Selten gibt es richtige Ausblicke.


Der Trail bis Graufthal ist hier besonders schön. Man hat sogar mal eine Aussicht über die weiteren bewaldeten Hügel. Der Laubmischwald riecht sehr angenehm. Graufthal ist unterhalb von mächtigen Sandsteinfelsen erbaut. Auf dem weiteren Weg gibt es eine große natürliche Steinbrücke zu bewundern. Die extra Meter bergauf lohnen sich.

In der Nähe von Graufthal gibt es eine natürliche Felsbrücke.


Ab hier führt der GR 53 leider vermehrt über breite Forststraßen. Seit über einer Stunde versuche ich eine angenehme Sitzgelegenheit im Schatten ausfindig zu machen, aber da gibt es nichts. Die einige Bank hinter Oberhof ist bereits belegt. Frust macht sich breit und ich setze mich kurz auf einen Baumstamm, um ein paar Snacks zu essen. Der Magen knurrt. 

Langweilige Forststraßen

Diese Quelle am Straßenrand ist trocken.



Die große Herausforderung hier ist die Querung der Autobahn. Zwar ist es einfach über eine normale Straße, aber bei 30 Grad alles andere als spaßig. Bei Kaltwiller finde ich einen Picknick-Platz ganz im Schatten und nutze es für eine Mittagspause. Ich koche mir Ramen, stelle aber fest, bald kein Wasser mehr zu haben. "Kein Problem", denke ich. Laut Karte soll es demnächst zwei Quellen geben. Zwei Frauen mit riesigen Rucksäcken kommen vorbei. Sie gehen den Hexatrek und grüßen freundlich. Dann kommt der Holländer vorbei und setzt sich dazu. Dankenswerterweise gibt er mir etwas Wasser ab. Als ich weitergehe, stelle ich folgendes fest: beide Quellen existieren nicht mehr. Ich trinke die letzten Schlucke Wasser und beeile mich nach Saverne zu kommen. Der Holländer hat von einem Campingplatz mit Pool geschwärmt. Da will ich nun auch hin!

Wegen Wassermangel lasse ich die genauere Erkundung der roten Felsen aus. Der Pfad hier ist super schön!

Der Abstieg nach Saverne beindruckt mich total!

Ich liebe es!

Die Stadt Saverne



In Saverne bekomme ich Wasser auf einer öffentlichen Toilette. Einen halben Liter trinke ich auf Ex. Das tut gut! 

Dann geht es zum Supermarkt und als Belohnung gönne ich mir zwei köstliche Kugeln Eis. Danach trotte ich gemächlich zum Campingplatz, der mit knapp 10€ auch noch günstig ist. Es gibt eine große Zeltwiese mit vielen mächtigen Bäumen sowie den versprochenen Pool. Hier lasse ich den Nachmittag gemütlich ausklingen und versuche mich nicht über die dreiste Fahrplanänderung der DB zu ärgern. 

Diesen Campingplatz kann ich definitiv weiterempfehlen.




Hier geht es weiter!


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