GR 53 und der Hexatrek in Frankreich
In Frankreich gibt es eine große Anzahl an GR-Wegen, die für "Grande Randonnée" stehen. Im späten Frühling 2026 habe ich mit dem GR 53 in den Vogesen zum ersten Mal einen französischen Weitwanderweg unter die Füße genommen. Dieser ist 430km lang und startet in Wissembourg an der dt. Grenze und führt bis nach Belfort in Frankreich. Dieser Weg teilt sich den Trail zu etwa 90% mit dem immer bekannter werdenden Hexatrek. Der Hexatrek ist ein 3034km langer Fernwanderweg, der das Land einmal durch verschiedene spektakuläre Gebirge von der deutschen Grenze bis zum Atlantik an der spanisch-französischen Grenze durchquert.
Der GR 53 Zwischen mittelalterlichen Burgen und alten Wäldern
Im Vergleich zu Wanderwegen in den Alpen oder in Skandinavien, führt der GR 53 fast ausschließlich unterhalb der Baumgrenze durch Mittelgebirge bis zu 1424m Höhe durch dichte Buchenwälder. Insbesondere im Nordteil gibt es nur selten Panoramablicke, aber dies sind auch nicht die wahren Reize, die der GR 53 zu bieten hat. So muss man zwar zum Großteil auf große Fernsichten verzichten, aber dafür kommt man regelmäßig an halb verfallenen und frei zu besichtigenden Burgruinen aus der Zeit des Mittelalters vorbei. Das besondere im Vergleich zu deutschen Burgen ist die Bauweise aus rötlichem Sandstein. Diese Sandsteinfelsen finden sich im Norden regelmäßig am Weg und geben der Region so einen ganz besonderen Flair. Im Südteil ändert sich der Charakter deutlich - die Burgen werden seltener und die Ausblicke deutlich schöner.
Markierungen, Navigation und Wegbeschaffenheit
Die Markierungen mit einem roten Rechteck auf weißem Hintergrund finden sich sehr regelmäßig am Weg und auch an Wegabzweigungen. Wegabzweigungen gibt es in den Vogesen sehr viele, denn es gibt eine sehr große Anzahl an Wander- und Radwegen. Eine Offline-Karte ist daher durchaus nützlich. So kann man spontan sehen, wo sich in der Nähe noch eine interessante Sehenswürdigkeit versteckt.
Die Wanderwege des GR 53 sind vorbildlich gepflegt und fast immer sehr angenehm zu gehen. Häufig sind es Singletrails mit weichem Waldboden, die teilweise überraschend sandig sind. Die ein oder andere Forststraße gibt es auch, Asphalt findet man hauptsächlich in und um den Ortschaften.
Übernachtungen auf dem GR 53 - Wo wildzelten noch legal ist
Obwohl die deutsche Grenze gar nicht weit entfernt ist, sind die Regeln und Gesetze in den Wäldern der Vogesen deutlich entspannter als bei uns. Abgesehen von den höheren Lagen im Südteil, ist freies zelten meistens erlaubt. Ab und zu weisen Schilder auf besondere Schutzgebiete hin, die man natürlich respektieren sollte. In den Ortschaften finden sich ansonsten auch Hotels und Pensionen. Man kann also entspannt mit Zelt wandern, muss es aber nicht.
Resupply - Ideal für ultraleichtes Gepäck
Dort wo freies zelten erlaubt ist, ist man meist auch so weit von der Zivilisation entfernt, dass man viele Tagesmärsche an Verpflegung schleppen muss. Das ist auf dem GR 53 anders! Je nach Gehtempo, kommt man spätestens nach drei bis vier Tagen an einem Supermarkt vorbei. Meistens braucht man nur für ein bis zwei Tage Nahrungsmittel tragen. Zwischendurch kommt man zusätzlich noch an Cafés und Restaurants vorbei, wo man sich eine warme Mahlzeit oder einen guten Kaffee gönnen kann. Gute Einkaufsmöglichkeiten gibt es in: Wissembourg, Niederbronn-les-Bains, Saverne, Rothau, Le Hohwald, Châtenois, Ribeauville, Thann und Belfort.
Klima in den Vogesen - Das Zeitfenster ist lang
Klimatisch kann man sich auf kühles bis warmes Mittelgebirgsklima einlassen. D.h. die Sommer können unangenehm heiß sein, ebenso kann es auch mal nasskalt sein. Im Winter kann es auch kräftig schneien, wobei hier der höher gelegene Südteil deutlich mehr Schnee abbekommt. Dort hat es mit seinen freien Wiesen schon einen leichten Alpenflair. Empfehlenswert ist der GR 53 zwischen April und November.
Meine Tourberichte:
La Grande Bellvue bis Refuge Trois Fours






