Dienstag, 2. Juni 2026

GR 53 Wissembourg bis Saverne

GR 53 / Hexatrek in Frankreich 

Wissembourg bis Saverne

25.05.2026 Ankunftstag

Um 7 Uhr in der Früh fahre ich mit RB und ICE bis nach Wissembourg. Die Bahn ist diesmal sogar beinahe pünktlich und die Fahrzeit von sechs ein halb Stunden wird eingehalten. Erstaunlich heutzutage! Aber dafür gibt es unterwegs ein anderes Problem: nach reichlich genutzem Internet auf der Fahrt, stelle ich fest, dass die Steckdosen im ICE nicht funktionieren. Die beiden kleinen Regionalzüge danach haben keine und so komme ich mit halber Handyladung in Wissembourg an. So möchte ich die Tour nur ungern beginnen. Im Warteraum gibt es zum Glück Steckdosen und so warte ich weitere 35min, bis es dann endlich losgeht.

Im Flachland geht es los!



In Wissembourg ist richtig was los. Der ganze Ort ist voller Menschen. Hier findet irgendeine Art Markt statt. Sobald ich den Wald erreiche, wird es ruhig. Zwischen Wald und Feldern bewege ich mich in Richtung Vogesen. Das Wetter ist sonnig und sehr warm. Es ist richtig heiß und eine ganze Woche lang soll es Temperaturen bis 30 Grad Celsius haben. Da sind schon die sanften Steigungen im Mittelgebirge anstrengend und schweißtreibend. Bei der Planung hatte ich gelesen, dies sei die nasseste Region in Frankreich. Ich bin gespannt, ob es noch nass wird. Ein bisschen Regen zwischendurch wäre mir lieber als diese Hitze!

Das Refuge du Scherhol ist eine gute Schutzhütte


Um 16 Uhr erreiche ich das Refuge du Scherhol, eine gemauerte große Schutzhütte, die Wanderer kostenfrei und unkompliziert benutzen können. Was Übernachtungen in der Natur angeht, sind die Regelungen in Frankreich viel entspannter als in Deutschland. Vielerorts ist ein Biwak im Zelt für eine Nacht erlaubt und zudem gibt es reichlich Schutzhütten, die man nutzen darf. Hier mache ich jedoch nur eine Pause, denn ich bin hungrig.

So sehen wie Wanderwege in den Vogesen häufig aus.


Etwas unterhalb gibt es einen öffentlichen Wasserhahn. Für Trinkwasser ist auch gesorgt! Ich begegne nur wenigen anderen Menschen, fast immer bin ich alleine. Das finde ich verwunderlich, insbesondere am Feiertag bei solch gutem Wetter. Am Refuge St Hubert mache ich erneut eine längere Pause. Ich fühle mich schlapp und erschöpft. Hier könnte man auch übernachten, aber in der Hütte herrschen saunaartige Bedingungen und laut brummende Fliegen summen umher. Daher ziehe ich weiter und wandere noch ein paar Kilometer.

Mein Zeltplatz im Wald.


Im Wald an einem winzigen Bach werde ich fündig. In der Umgebung bellen Rehe und die Vögel zwitschern lautstark. Hin und wieder höre ich in der Entfernung die Straße. Zum Abendessen gibt es Instant Nudeln. "Made in France" stelle ich unerwarteterweise fest. 


26.05.2026 Unzählige Burgen

Bei Einbruch der Dunkelheit ist im Wald richtig was los. Sehen kann ich zwar nichts, aber wilde Tiere laufen in der Nähe herum. Laut grunzend marschieren Wildschweine neben meinem Zelt. Dann schlafe ich irgendwann ein und wache um sieben Uhr morgens erholt auf.

Das Frühstück genieße ich ein kleines Stück weiter bei Petit Wingen. Es hat in der Nacht nur minimal abgekühlt und ist bereits um acht Uhr wieder heiß. Ein schweißtreibender Tag steht mir bevor. 

Ein schmaler Singletrail


Zunächst folge ich einem Singletrail entlang des Heimbachs. Es folgt ein kleiner Anstieg bis zur Schutzhütte Abri du Col du Litschhof,  wo ich eine Pause einlege. Zur Burgruine Löwenstein und Hohenburg nehme ich einen Umweg in Kauf. Die Burgen wurden mit Hilfe der natürlich vorkommenden Sandsteinfelsen erbaut und wirken im Kontrast mit dem grünen Wald eindrucksvoll. 

Die Aussicht von der Ruine Löwenburg

Der Felsenweg ist spektakulär und eindrucksvoll.


Anstatt über den GR53, gehe ich über den Felsenweg runter nach Fleckenstein. Die Burg Fleckenstein wurde im Laufe der Zeit mehrfach umgebaut und kann heutzutage gegen Eintritt besichtigt werden.

Zum Glück führt der GR 53 überwiegend im Schatten durch den Wald. Es ist nämlich unerträglich heiß und das Wandern auf diesen eher einfachen Wegen sehr anstrengend. Die Froensburg ist nicht richtig zugänglich. Innen kann man allerdings eine Art Kamin von innen betreten.

Die Froensburg darf leider nicht bestiegen werden.

Blick nach oben durch einen Turm.


Auf den Zigeunerfels kann man Mithilfe von Treppen aufsteigen. Unterhalb finde ich es aber schöner.

Der Zigeunerfels


An der Burgruine Wasigenstein mache ich um 14 Uhr eine ausgiebige Mittagspause. Ich finde dazu ein schattiges und trotzdem luftiges Plätzchen. So lässt es sich aushalten!

Die eindrucksvolle Anlage der Wasigenburg

Hier mache ich meine Mittagspause.


In Obersteinbach fülle ich Wasser nach und mache mich etwas frisch. Auch wenn die Frische bei der Hitze nur wenige Minuten währt... Der Umweg zur Ruine Wittschlössel ist einfach, flach und lang. Ich bin mir nicht sicher, ob es sich gelohnt hat. Die anderen Ruinen fand ich bisher schöner.

Eine neue Schutzhütte mit breiten Bänken.

Ruine Wittschlössel


Die Burg Alt-Windstein dagegen gefällt mir richtig gut. An mehreren Stellen kann man hochklettern und so verschiedene Perspektiven genießen. Zudem bin ich dort alleine und kann ganz in Ruhe die Umgebung genießen. Eine Nacht hier wäre auch etwas besonderes. Aber ich will noch weiter, schließlich habe ich insgesamt etwa 400km vor mir. 

Die Burg Alt-Windstein bietet alles, was eine gute Burgruine ausmacht...

...es gibt zahlreiche Nischen und Räume, die erkundet werden können.


Um 18 Uhr ist es immer noch schwülwarm. Am Schwartzbach fülle ich mir 2.5 Liter Wasser ab. Der Anstieg zum Col du Pottaschkopf fühlt sich sehr steil und ermüdend an. Immer mal wieder muss ich kurz anhalten. Dann wird es endlich flacher. Am Pass soll eine Schutzhütte sein, aber direkt an einer Straße will ich nur ungern übernachten. Stattdessen schlage ich mein Zelt kurz vorher zwischen zwei Wanderwegen auf. Nach 36km und 1500hm bin ich richtig k.o.

Erschöpft baue ich mein Zelt auf dem Laub auf.




27.05.2026 32° und es wird nicht kühler

Die Nacht ist erneut sehr warm, es kühlte fast gar nicht ab. Trotzdem kann ich erholsam schlafen. Trotz Feiertagswochenende ist das Châlet du Wintersberg vom Club Vosgien geschlossen. Draußen frühstücke ich.

Am Wintersberg stehen zwei Zelte. Ich bin hier definitiv nicht alleine unterwegs. Kurz vor Niederbronn treffe ich auf Georg aus Deutschland und Lyanne aus Kanada. Georg ist 10 Tage unterwegs und Lyanne nimmt den kompletten Hexatrek in Angriff. Wahrscheinlich werden wir uns die nächsten Tage mehrfach wiedersehen. Ich freue mich darauf,  denn sonst treffe ich die Leute unterwegs nur einmal und nie wieder. In Niederbronn kaufe ich im Supermarkt ein. Leider ist die Kühlabteiltung fast komplett leer. Eigentlich wollte ich einen Joghurt kaufen, aber es sind nur wenige Großpackungen übrig. 

Mit reichlich gefülltem Rucksack mache ich mich wieder auf den Weg. Es geht bergauf zur Wasenbourg. Die Außenmauern dieser Burg aus dem 13. Jahrhundert sind noch richtig gut erhalten. Georg und Lyanne holen mich ein als ich gerade weitergehen will.

In der Nähe der Wasenbourg gibt es eine neue Schutzhütte.

Blick vom Burgfenster aus



Bis zur Bank an der Lichtung Grünschaft geht es über schmale Pfade auf überwiegend sanft geneigten Gelände auf und ab. Dort ist reichlich Schatten und es lässt sich trotz der Hitze gut aushalten. Ich finde, dies ist ein idealer Platz für eine Mittagspause! Nach einer Weile kommen Georg und Lyanne und leisten mir eine sehr angenehme Gesellschaft.

Grand Arnsbourg kann man nicht so sehr erkunden.

Schöne Pfade im Wald


Wir gehen ein Stück gemeinsam. Die Burg Grand Arnsbourg kann man nicht betreten, nur von außen betrachten. Lyanne erzählt mir von den Trails, die es in Kanada gibt und warum sie sich für den Hexatrek entschieden hat. Außen am Restaurant L'Arnsbourg dürfen wir Wasser zapfen. Bei der Hitze ist der Verbrauch immens und dennoch musste ich bisher nur einmal pieseln.

Bis zum Biwakplatz an der Pulverbruecke geht es rauf und wieder runter. Ich bin etwas schneller und lasse die beiden hinter mich. Sie überlegen an der Pulverbrücke zu campen. Ich gehe noch weiter bis Lichtenberg und Wimmenau.


Die Wege sind hier sehr hübsch und gut zu gehen. Es macht Spaß, auch weil es überwiegend flach ist.

Trail Magic!


In Wimmenau macht mich ein Anwohner auf Trail Magic aufmerksam. Eine Frau bietet den Wanderern Zugang zu Wasser & WC sowie Sitzgelegenheiten im Schatten. Es gibt sogar eine Steckdose. Eine kleine Oase in dem kleinen Dorf. Dort genießt bereits ein holländischer Wanderer die Gelegenheit und zusammen gehen wir weiter. Wir beide wollen bis zum Felsen Ochsenstall gehen. Dort soll es eine tolle Zeltmöglichkeit geben. Am besten soll es oben auf dem Felsen sein, doch die besten Plätze sind bereits belegt. Daher stelle ich mein Zelt unterhalb auf. Im Schutz des Felsen gibt es sogar eine Bank, doch leider attackieren mich die Mücken, sodass ich ins Zelt flüchte. Wirklich schade, finde ich.


Beim Ochsenstall Felsen gibt es viele Zeltmöglichkeiten.

Leider treiben hier Mücken ihr Unwesen :(



28.05.2026 Auf zum Pool nach Saverne!

Diesmal kühlt es in der Nacht zumindest ein klein wenig runter. Am nächsten Morgen starte ich bereits um 7 Uhr, um der Hitze ein wenig zu entkommen. Der Plan geht tatsächlich auf. In der Früh ist es diesmal deutlich angenehmer und die Wege verlaufen überwiegend der Sonne abgewandt. Nach wenigen Minuten bin ich in Eckartsweiler angekommen. Bis nach La Petite-Pierre dauert es auch nicht lange. Hier gibt es eine öffentliche Toilette, wo man Wasser auffüllen kann. Das Dorf wirkt nett, dennoch mache ich lieber in einem öffentlichen Garten eine Pause. Ganz gemütlich ist es dort.

Ein schöner Start in den neuen Tag!

Le Petit Pierre

Selten gibt es richtige Ausblicke.


Der Trail bis Graufthal ist hier besonders schön. Man hat sogar mal eine Aussicht über die weiteren bewaldeten Hügel. Der Laubmischwald riecht sehr angenehm. Graufthal ist unterhalb von mächtigen Sandsteinfelsen erbaut. Auf dem weiteren Weg gibt es eine große natürliche Steinbrücke zu bewundern. Die extra Meter bergauf lohnen sich.

In der Nähe von Graufthal gibt es eine natürliche Felsbrücke.


Ab hier führt der GR 53 leider vermehrt über breite Forststraßen. Seit über einer Stunde versuche ich eine angenehme Sitzgelegenheit im Schatten ausfindig zu machen, aber da gibt es nichts. Die einige Bank hinter Oberhof ist bereits belegt. Frust macht sich breit und ich setze mich kurz auf einen Baumstamm, um ein paar Snacks zu essen. Der Magen knurrt. 

Langweilige Forststraßen

Diese Quelle am Straßenrand ist trocken.



Die große Herausforderung hier ist die Querung der Autobahn. Zwar ist es einfach über eine normale Straße, aber bei 30 Grad alles andere als spaßig. Bei Kaltwiller finde ich einen Picknick-Platz ganz im Schatten und nutze es für eine Mittagspause. Ich koche mir Ramen, stelle aber fest, bald kein Wasser mehr zu haben. "Kein Problem", denke ich. Laut Karte soll es demnächst zwei Quellen geben. Zwei Frauen mit riesigen Rucksäcken kommen vorbei. Sie gehen den Hexatrek und grüßen freundlich. Dann kommt der Holländer vorbei und setzt sich dazu. Dankenswerterweise gibt er mir etwas Wasser ab. Als ich weitergehe, stelle ich folgendes fest: beide Quellen existieren nicht mehr. Ich trinke die letzten Schlucke Wasser und beeile mich nach Saverne zu kommen. Der Holländer hat von einem Campingplatz mit Pool geschwärmt. Da will ich nun auch hin!

Wegen Wassermangel lasse ich die genauere Erkundung der roten Felsen aus. Der Pfad hier ist super schön!

Der Abstieg nach Saverne beindruckt mich total!

Ich liebe es!

Die Stadt Saverne



In Saverne bekomme ich Wasser auf einer öffentlichen Toilette. Einen halben Liter trinke ich auf Ex. Das tut gut! 

Dann geht es zum Supermarkt und als Belohnung gönne ich mir zwei köstliche Kugeln Eis. Danach trotte ich gemächlich zum Campingplatz, der mit knapp 10€ auch noch günstig ist. Es gibt eine große Zeltwiese mit vielen mächtigen Bäumen sowie den versprochenen Pool. Hier lasse ich den Nachmittag gemütlich ausklingen und versuche mich nicht über die dreiste Fahrplanänderung der DB zu ärgern. 

Diesen Campingplatz kann ich definitiv weiterempfehlen.




Hier geht es weiter!


GR 53 Saverne bis La Grande Bellvue

GR 53 / Hexatrek

Saverne bis La Grande Bellvue

28.05.2026 40km wider Willen

Die Entspannung auf dem Campingplatz ist erholsam und auch die Dusche tut gut. Diesmal breche ich wieder bereits um 7 Uhr auf. Trotzdem scheint die Sonne bereits auf den Trail hoch zum Château du Haut-Barr, eine mittelalterliche Burg. Verschwitzt komme ich oben an, bevor die Touristenmassen eintreffen. Für diese gibt es in der Burg sogar ein Restaurant.

Zu Beginn des Tages erwarten mich gleich drei Burgen direkt hintereinander!

Château du Haut-Barr


Die beiden Géroldseck-Burgen nehme ich auch noch mit. Die größere von beiden gefällt mir gut.

Groß Geroldseck

Klein Geroldseck



Am Fels Rocher de Brotsch habe ich eine tolle Aussicht über die nördlichen Vogesen. Nach einem kurzen und steilen Anstieg bleibt es lange flach. Sehr angenehm, wie ich finde. Unterwegs treffe ich Joop, den Holländer und Ben, einen Wanderer als Berlin, wieder. Es gefällt mir, immer wieder vertraute Leute zu treffen, mit denen man sich austauschen kann.

Mit diesem Aussichtspunkt habe ich gar nicht gerechnet

Zum Glück gibt es immer wieder Quellen mit frischem Wasser!

Wald, Wald und noch mehr Wald!


In La Hoube bekomme ich am Friedhof frisches Wasser und genieße den Schatten der großen Kirche. Nahe dem Col de la Schleif mache ich sehr lange Pause, denn der Supermarkt in Wangenbourg öffnet erst um 15:30 Uhr. Ich lasse mir Zeit mit dem Abstieg ins Dorf. Dennoch bin ich ein paar Minuten zu früh. Ben taucht ebenfalls auf und wir kaufen gleichzeitig ein. Viel gibt der kleine Laden nicht her, aber die Preise sind günstig.

In Wangenbourg gibt es einen kleinen Supermarkt.


Ein Magnum genehmige ich mir, ehe ich gemeinsam mit Ben den Anstieg zum Schneeberg starte. Wir verquatsche uns und verpassen den Abzweig. Also geht's ein Stück wieder zurück. Ben macht eine Pause und ich gehe alleine weiter. Der Aufstieg zum Schneeberg ist steil und anstrengend, insbesondere in der Nachmittagshitze. Oben ist es richtig schön mit Aussichtsfels und Platz zum Zelten. Mein Wasser reicht nicht und der Plan ist es, bei der Ruine Nidereck zu zelten.

Zeltplatz am Schneeberg

Die schmalen Pfade gefallen mir!

Nideck

Es ist schön, aber ich muss mich beeilen, um noch einen Zeltplatz zu finden.


Der Abstieg ist schön, doch nahe der Ruine ist ein großes Schild, welches über ein Campingverbot nahe der Ruinen informiert. Mist! Zudem soll sie sehr viel besucht werden. Ich bin frustriert, bin ich doch bereits 37km gewandert und meine Füße schmerzen. Dennoch ziehe ich weiter, immerhin bergab. Das Gelände ist sehr abschüssig und felsig. Es dauert lange, bis ich eine passende Stelle finde. Und diese ist nicht wirklich eben. Zur Abhilfe schichte ich Laub auf.

Ein Not-Zeltplatz.



40km sagt das Tacho.


29.05 2026 Die etwas andere GR 53 Route

Die Nacht ist okay und ich kann relativ gut schlafen, trotz des unebenen Bodens. Wieder gehe ich um 7 Uhr los. Da es die nächste Wasserquelle erst in ca. 18km geben soll, fülle ich unten am Bach 2.5 Liter auf. Das sollte reichen. Diesmal folgt direkt ein 650hm Anstieg. Da ich den Weg nach Urmatt ausließ, ging es direkt hoch zum Col du Wildberg. Dort komme ich nach einer Stunde an und frühstücke erstmal. Dann folgt direkt der nächste Anstieg, diesmal leider brutal steil. 

Das extreme Gefälle erkennt man auf dem Foto leider nicht.


Als ich auf den am Hang entlang führenden Pfad stoße, wird es deutlich einfacher. Das steinerne Tor Porte de Pierre imponiert mir. Hier hat die Natur außergewöhnliches geschaffen!

Beeindruckend: Porte de Pierre

Anschließend kämpfe ich mich hinauf zum Mutzigfels auf 1000m und gönne mir eine Pause. Der Anstieg ist geschafft! Dort stoße ich auch wieder auf die Markierungen des GR 53. Diesen habe ich nämlich zwischenzeitlich verlassen. Ich erinnere mich leider nicht mehr daran, ob ich es absichtlich so geplant habe oder ob ich einen falschen Track runtergeladen habe.

Am Mutzigfels

Der Pfad ist kaum noch erkennbar.


Am GR 53 gibt es viele Schutzhütten aus Holz



Ich folge den Markierungen, weiche zwischendurch erneut ab, um auf den Noll aufzusteigen. Hier ist der Pfad etwas zugewachsen. Bis zum Col de la Côte de l'Engin an der Straße folge ich erneut den Markierungen. Hier zweige ich auf den Sentier de Bunkers ab, wo der Name Programm ist. Der Grund ist die Wasserquelle Source de la Plaine. Dort fülle ich alle drei Liter voll auf, bevor ich zum Donon-Tempel aufsteige. Mit dem extra Gewicht im Rucksack zieht es ganz ordentlich an den Schultern und ich will nur noch oben ankommen. Verschwitzt komme ich am tatsächlich überraschend beeindruckenden Tempel an. Die Aussicht ist auch phänomenal. Leider ist dieser Spot sehr beliebt. Zwei Französinnen machen Videotelefonie um live zu zeigen, wo sie sich befinden und rauchen danach erst mal eine Zigarette. Etwas genervt von dieser Selbstdarstellerei setze ich mich für die Mittagspause in den Schatten.

Donon-Tempel


So gefällt es mir nicht so gut und nach 30 Minuten ziehe ich früher weiter als geplant. Die nächsten zwei Stunden ist der Weg eher langweilig ohne jegliche Aussicht. Nahe des Berg Zweifels auf 900m wird es wieder schöner.

Höhenweg mit etwas Aussicht

Ein absolut traumhafter Zeltplatz!


Trotzdem nervt mich der schwere Rucksack und ich setze ihn zwischendurch immer mal wieder ab. Mein Tagesziel ist die Schutzhütte Haute Loge auf einem Gipfel mit Rundumpanorama. Um 18 Uhr komme ich dort an und genieße den restlichen Nachmittag mit telefonieren und entspannen. Ich bleibe alleine, bis bei Sonnenuntergang noch zwei Personen kommen. Sie verhielten sich ruhig und friedlich. 

Sonnenuntergang :)



30.05.2026 Der letzte trockene Tag

Die Nacht ist angenehm und mit Stirnband vor den Augen kann ich bis halb sieben schlafen. Dies soll heute der letzte Tag ohne Regen sein. Es wird also wieder heiß!

Ein neuer Tag beginnt!

Katzenstein


Die anderen beiden schlafen noch, als ich um viertel nach sieben vom Berg absteige. Bis zum Aussichtspunkt Katzenstein geht es sanft nach oben. Dort treffe ich den ersten Menschen. Ein Mann liegt auf dem Boden, es sieht nach einem Cowboy Camp aus.

Man kann hier sehr komfortabel wandern, hier sogar mit einer aufwändigen Brücke über einen Zaun.

Die Überreste der Burg Salm

Forststraßen bis Rothau


Dann beginnt der lange Abstieg nach Rothau. Ein felsiger Pfad führt bis zur Burg Salm. Diese ist eine Baustelle, vieles ist abgesperrt. Kurz darauf folgt ein langes Stück auf einer harten Forststraße, bis ich am späten Vormittag Rothau erreiche. Zuerst mache ich halt in der Kirche. Handy und Uhr möchte ich aufladen. Bei der langsamen Ladegeschwindigkeit werde ich schnell unruhig, doch ich wollte aus Gewichtsgründen kein Schnellladegerät mitnehmen. Fürs Stromtanken bedanke ich mich mit einer kleinen Spende.

Im Carrefour Express kaufe ich für zwei Tage ein und suche danach das öffentliche WC auf. Diese sind hier dankenswerterweise kostenfrei. Auch Wasser bekommt man dort.

In der Mittagshitze um halb eins folgt dann der nächste Anstieg. Erschöpft schleppe ich mich zum Col de la Perheux hoch. Dort möchte ich eigentlich eine Pause machen, doch die einzige schattige Stelle ist bereits besetzt.

Also wandere ich noch weiter bis ich den höchste Punkt erreicht habe und lehne mich an einen Baum an. Die Schuhe und Socken ziehe ich aus. Das tut gut! Links plagt mich schon seit Tag 3 eine Blase, die tief unter der Hornhaut an der Ferse sitzt. Bei jedem Schritt spüre ich sie.

Hier ist es wieder schön!

Ein Skigebiet im Sommer


Beim Skigebiet muss eine Art Rennen stattfinden. Alles ist zugeparkt und abgesperrt. Junge Leute feiern lautstark. Auf 1080m habe ich einen weiten Blick, ehe es bergab durch den dichten Wald geht.

Der Abstieg nach Le Hohwald ist ganz angenehm. Um 17 Uhr komme ich dort an und sehe auch den dortigen Campingplatz. Bei dem guten Wetter übernachte ich heute lieber noch einmal weiter oben mit Ausblick. Im öffentlichen WC fülle ich meine Vorräte an Wasser auf und marschiere weiter. 

Der nächste Anstieg wartet schon. Uff! Zum Glück ist er maximal im Schatten und dadurch weniger anstrengend als erwartet. Trotzdem kann ich es gar nicht erwarten, endlich am Berggipfel La Grande Bellevue anzukommen. Der Weg hoch ist hübsch, oben gefällt es mir richtig gut. Am höchsten Punkt steht ein Picknick-Tisch und drumherum stehen mit Abstand einige große Bäume. Die Ausstrahlung ist sehr ruhig und friedlich. Mit meinem Handtuch wische ich den Schweiz vom Körper, als gerade ein Mann ankommt. Erschrocken ziehe ich mir schnell etwas an. Danach habe ich diesen zauberhaften Ort für mich alleine. 

La Grande Bellvue



Hier geht es weiter!

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